Schlecht bei Nordwind

bildschirmfoto-2017-03-02-um-19-03-49

Eis ist ein ganz besondrer Stoff. Und manche sind ganz scharf drauf. Rund um Interlaken gibt es – noch – viel davon. Eine Reportage über Gletschereis, über schwarz gefrorenes Seeeis, über Eislochfischer, Schlittschuhläufer, Eiskletterer, Eiszapfen und Blumenkohles. Und über Erdbeer-Schoko-Vanille. Erschienen in der FAS.

Advertisements

kee Weg und kee Steg ni

Wir lehnen uns gegen den Sturm, Eiskristalle fitzen ins Gesicht. Jetzt  könnte man schon bei warmem Bier mit Ingwer und Himbeersirup sitzen, der polnischen Winterspezialität grzane piwo. „Wer geht noch mit zur Elbquelle?“, hatte Patrycja Osciak bei der Ankunft an der Hütte gefragt. Einige schüttelten nur die Köpfe, dass der Schnee von den Mützen herabrieselte, stemmten die Türe auf und verschwanden in der Alten Schlesischen Baude. Es waren die Klügeren. Wir sagte ja, die halbe Stunde gehen wir noch. Wir befinden uns auf gerade mal 1180 Metern, das ist ja nicht hoch. „Wir sind hier nicht in den Alpen, wir sind im polnischen Riesengebirge“, warnte Patrycja. Wie grimmig es im Riesengebirge sein kann, erfuhr auch schon Gerhart Hauptmann. Eine Winterreportage, erschienen in der FAS.

Weit weg

bildschirmfoto-2016-12-01-um-12-22-39Einmal will ein Junge unbedingt, dass einer von uns auf seinem Esel reite. Er steigt ab, rennt den Berg hinauf, und versteht nicht, warum die Europäer so schleichen. Möglicherweise hat er noch nie welche gesehen, wir treffen jedenfalls keine Ausländer auf dieser zweiwöchigen Trekkingreise in Tadschikistan. Außer uns ist hier niemand zu Fuß unterwegs, sieht man von dem jungen Schäfer in seinem wattierten moosgrünen Mantel ab, der uns entgegenkommt und die Hände des Wanderführers ehrfüchtig ergreift. Szenen einer Trekkingreise. Erschienen in der FAS. Und online im Storytelling-Format.

 

Il Mezzogiorno – Italiens Süden

bildschirmfoto-2016-10-01-um-14-56-28Italiens Süden! Weniger überlaufen als der Norden, das Meer klar, das Essen leicht, und Strände ohne Ende. Apulien ist flach, fruchtbar, touristisch schon gut erschlossen; Kalabrien hingegen bergig, wilder und vieler Orts einsamer. Der DUMONT-Band stellt beide Regionen vor, außer Tipps zu Restaurants am Meer, zu Stränden und zu traditionsreichen Festen gibt es Lesestücke über Obstanbau von Bergamotte bis Zitronat-Zitronen, Hintergrundtexte über Emigranten und Immigranten, Lecces bröckelnden Barock und zu Wanderrouten. Die Fotos dazu hat Toni Anzenberger geschossen. Noch zu entdecken – der Mezzogiorno.

Von den Bergen ans Meer

Bildschirmfoto 2016-05-25 um 20.14.10Auf der Passhöhe, der Colle di Tenda, pfeift ein eisiger Wind um bröckelndes Mauerwerk. Hier, in der baumlosen Ödnis, entlang der französisch-italienischen Grenze verläuft ein Verteidigungswall von verlassenen Kasernen und Forts. Die breiten Militärwege sind akkurat gepflastert und mühen sich im Zickzack die Berge hinauf. Angelegt wurden sie 1909. Aber warum? So sehr wir auch Nani Villani, Vizedirektor des Naturparks, löchern, so recht erklären kann er es nicht. Frankreich und Italien lagen nicht miteinander im Krieg, wer befürchtete was von wem? „Normale militärische Paranoia“, lautet noch die klarste Antwort. Eine Wanderung von den Bergen ans Meer, von den italienischen Seealpen nach Ligurien. Erschienen im Tagesspiegel.

 

Nepal wartet

Bildschirmfoto 2016-05-17 um 10.37.47„Sie müssen nichts kaufen!“, rufen die Händler in den Gassen von Bhaktapur. Geduldig erklären sie die Unterschiede zwischen Yak-Wolle, Pashmina und Cashmere. Man kann viel lernen, jeder erläutert, was er herstellt, seien es Gurke-Messer oder Töpferwaren. Dann muss man aber mit der kleinen Enttäuschung im Blick der Anbieter leben, wenn man sich nicht mindestens für einen Schal entscheidet. Auf dieser Reise während des Wiederaufbaus ging uns das überall so: Die Menschen nahmen sich Zeit. Wer etwas wissen wollte von Nepal, bekam so viele Antworten, wie er aufnehmen konnte. Am Ende sagten die Menschen oft: „Wie Sie sehen, kann man gut nach Nepal reisen! Bitte sagen Sie das weiter.“ Eine Reportage über Nepal, erschienen in der FAS.

Wind of Change in Wladiwostok

Bildschirmfoto 2016-05-01 um 10.49.49Letzter Abend in der Karaoke-Bar „Russki Blini“. Ein großes Vergnügen. Natürlich ist das meiste russisches Liedgut. Da die Besucherin keinen der heimischen Popsongs drauf hat, schlägt die russische Bibliothekarin der deutschen Autorin ein gemeinsames Lied vor. „Wind of Change“, von den Scorpions. Ungelogen. – Wladiwostok überrascht mit alten Geschichten von Goldgräberstimmung und modernen Hoffnungen. Eine Reisereportage, erschien in der Welt.

Fischfang – was sonst?

Bildschirmfoto 2016-04-15 um 09.03.55Am Abend sitzen wir auf der Terrasse einer Lodge, am Himmel schimmern die Sterne, und wie ein Spiegel zeigt sich der Malawisee: tiefschwarz, gepunktet mit Lichtern. Von der Anhöhe könnte man das Gefunkel für eine Stadt halten, die sich in der Ebene ausbreitet. Doch es sind Fischerboote. Der Anblick wird den Besuchern durch zweierlei Umstände beschert. Zum einen gibt es im Dorf unterhalb der Lodge keinen Strom, also auch kein Licht. Die Schwärze der Nacht kann sich ausbreiten. Und zum anderen gibt es in den Dörfern Kasankha und Chimphamba auch sonst nicht viel. Keine Jobs, kaum fruchtbaren Boden. Deshalb fahren die Männer wie ihre Vorfahren nachts mit den Fischerbooten hinaus. Nur ist eben vieles nichts mehr so, wie es zur Zeit ihrer Väter war. Eine Reportage vom Malawisee, erschienen im Tagesspiegel.

Noch mehr Reportagen aus dem Südlichen Afrika gibt es im Sammelband „Von der Serengeti an den Elefantenstrand“, Picus Lesereise.