Nepal wartet

Bildschirmfoto 2016-05-17 um 10.37.47„Sie müssen nichts kaufen!“, rufen die Händler in den Gassen von Bhaktapur. Geduldig erklären sie die Unterschiede zwischen Yak-Wolle, Pashmina und Cashmere. Man kann viel lernen, jeder erläutert, was er herstellt, seien es Gurke-Messer oder Töpferwaren. Dann muss man aber mit der kleinen Enttäuschung im Blick der Anbieter leben, wenn man sich nicht mindestens für einen Schal entscheidet. Auf dieser Reise während des Wiederaufbaus ging uns das überall so: Die Menschen nahmen sich Zeit. Wer etwas wissen wollte von Nepal, bekam so viele Antworten, wie er aufnehmen konnte. Am Ende sagten die Menschen oft: „Wie Sie sehen, kann man gut nach Nepal reisen! Bitte sagen Sie das weiter.“ Eine Reportage über Nepal, erschienen in der FAS.

Wind of Change in Wladiwostok

Bildschirmfoto 2016-05-01 um 10.49.49Letzter Abend in der Karaoke-Bar „Russki Blini“. Ein großes Vergnügen. Natürlich ist das meiste russisches Liedgut. Da die Besucherin keinen der heimischen Popsongs drauf hat, schlägt die russische Bibliothekarin der deutschen Autorin ein gemeinsames Lied vor. „Wind of Change“, von den Scorpions. Ungelogen. – Wladiwostok überrascht mit alten Geschichten von Goldgräberstimmung und modernen Hoffnungen. Eine Reisereportage, erschien in der Welt.

Fischfang – was sonst?

Bildschirmfoto 2016-04-15 um 09.03.55Am Abend sitzen wir auf der Terrasse einer Lodge, am Himmel schimmern die Sterne, und wie ein Spiegel zeigt sich der Malawisee: tiefschwarz, gepunktet mit Lichtern. Von der Anhöhe könnte man das Gefunkel für eine Stadt halten, die sich in der Ebene ausbreitet. Doch es sind Fischerboote. Der Anblick wird den Besuchern durch zweierlei Umstände beschert. Zum einen gibt es im Dorf unterhalb der Lodge keinen Strom, also auch kein Licht. Die Schwärze der Nacht kann sich ausbreiten. Und zum anderen gibt es in den Dörfern Kasankha und Chimphamba auch sonst nicht viel. Keine Jobs, kaum fruchtbaren Boden. Deshalb fahren die Männer wie ihre Vorfahren nachts mit den Fischerbooten hinaus. Nur ist eben vieles nichts mehr so, wie es zur Zeit ihrer Väter war. Eine Reportage vom Malawisee, erschienen im Tagesspiegel.

Noch mehr Reportagen aus dem Südlichen Afrika gibt es im Sammelband „Von der Serengeti an den Elefantenstrand“, Picus Lesereise.

 

Auf der Piste

Bildschirmfoto 2016-01-28 um 14.54.37Ich fühle mich wie ein Grashalm beim Herannahen einer Büffelherde. DJ Gerhard dreht die Musik auf, die Lichtorgel senkt sich wie ein rotierendes Schwert auf die tanzende Menge. Ich überlege kurz, die Füße anzuheben. Ich kann unmöglich umfallen. Ich lasse es bleiben, die Skischuhe sind zu schwer. Aber Scheiß drauf, aprés ski ist einmal im Jahr. Das sind nicht meine Worte. Das läuft hier. Das ist Musik. Und das kennen im Mooserwirt alle. Alle. – Ladies First nennt St. Anton seine Aktionswochen im Januar. Frauen bekommen ein Gutscheinheft und werden auch sonst umworben. Ein Eigenversuch. Erschienen in der F.A.S.

Crystal Myths

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Am 8. August 2015 war es in den Alpen ziemlich warm. Gute Aussichten, was den Winter betrifft, denn laut Bauernregeln bedeutet das: „Ist’s an Domini sehr heiß, wird der Winter lang und weiß.“ – Je nun. Bislang lässt der Schnee auf sich warten. Sowohl der qiqumaaq – Schnee, dessen Oberfläche gefroren ist, der katakatanaq – harte Kruste von Schnee, die unter Fußstapfen nachgibt, und der  maujaq – weicher Schnee auf dem Boden. Aber was ist das eigentlich: Schnee? Ein Text über Kristall-Mythen, erschienen in der FAS.

 

Nepal aktuell

Bildschirmfoto 2015-12-21 um 14.40.37Wir dachten, sagt der Buchhändler in Thamel, nach dem Erdbeben würde eine harte Zeit kommen, „und danach geht es wieder aufwärts“. Doch der jetzige Zustand sei schlimmer. Nepal stöhnt unter der Blockade, die es offiziell nicht gibt. Doch die Grenzübergänge nach Indien sind seit Monaten dicht. So unklar die Hintergründe, so sichtbar sind die Auswirkungen. Es fehlt an Kraftstoff sowie an Gas. In den Restaurants sind die Speisekarten reduziert, die Wirte entschuldigen sich, sie könnten nicht mehr alles anbieten. Aber Momos, die nepalesischen Ravioli, bekommt man überall, und vieles mehr. Eine aktuelle Reportage aus Kathmandu. Erschienen in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

 

Im Ötscher-Reich

Bildschirmfoto 2015-10-22 um 13.22.25Mit der Dirndl gegen TTIP – Im Osten Österreichs wächst viel Wald, und vielleicht bald noch mehr. Dagegen wehren sich manche Einheimische. Der Ötscher ist mit 1893 Metern der letzte nennenswerte Berg der Alpen, oder der erste, wenn man sich von Osten, von Wien aus nähert. Dort wächst die Dirndl, in Deutschland als Kornelkirsche bekannt. Werner Bätzing schwärmt von der Dirndl als Paradebeispiel dafür, wie heimische Produkte zum Wirtschaftsfaktor werden können und spricht überhaupt euphorisch von der Gegend: „Hier setzt man auf regionale Entwicklung – woanders machen sie Olympiawerbung.“ Bätzing, 66, emeritierter Professor für Kulturgeographie, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Leben in den Alpen. Wenn Bätzing also über die Ötscherregion sagt: „Ich kenne nichts vergleichbares im Alpenraum“, dann lohnt es sich, mal hinzufahren. Eine Reportage über die Ötscher-Region. Erschienen in der FAZ.

My kind of Blue

IMG_7158Horace-Bénédict de Saussure stand 1787 auf dem Gipfel des Montblanc. Er schleppte zahlreiche Instrumente hinauf. Oder ließ schleppen, denn der 47-jährige wurde begleitet von einem Diener und 18 Führern. De Saussure war ein manischer Vermesser, und wenn etwas noch nicht vermessen werden konnte, erfand und baute er das entsprechende Instrument eben sebst. So sein absonderlichstes Messinstrument: das Cyanometer. Mithilfe blauer Farbtafeln vermaß er das Himmelsblau. Ihn trieb die Frage um, ob der Himmel auf Bergeshöhe intensiver blau war, als im Tal oder am Meer. Eine historische Reportage, mit Selbstversuchen auf zahlreichen Gipfeln der Welt. Nun erschienen in Berg 2016. Und jede Menge Fotos dazu gibt es auch hier, auf meinem Blog „My kind of Blue“.

Drei Tage, zwei Nächte in Oslo

Bildschirmfoto 2015-09-30 um 11.46.24Munch überall. Dazu Jeff Koons, Andy Warhol, Lynn Glodsmith und Dan Goldin. Ein Kurz-Trip in den Norden. – Berlin in den 1990-er-Jahren verpasst? Dann nichts wie nach Oslo! Keine andere europäische Großstadt ändert sich so rasant wie Norwegens Hauptstadt. In den vergangenen zehn Jahren wuchs Oslos Bevölkerung um über zwanzig Prozent. Für die Neubürger wird gebaut: Wohnungen, Museen, Parks und Malls. Drei Tage und zwei Nächte in der Stadt am Fjord. Erschienen in der FAZ.