Hexagramm und Graffiti

Bildschirmfoto 2017-05-02 um 13.00.03Die Tessiner wanderten aus, in Scharen. Sie wollten nach „La Amerika“, weg aus den armen Tälern. Zur gleichen Zeit, vor hundert Jahren, wanderten Menschen von nördlich der Alpen ins Tessin ein, auch sie auf der Suche nach einem besseren Leben, sie kamen als Aussteiger, als Kurgäste, als Hoteliers. Drei historische Hotels, drei Geschichten: Resort Collina d’Oro, Albergo Fondazione Monte Verità, Kurhaus Cademario. Erschienen in der FAS.

Es brodelt im Paradies

Bildschirmfoto 2017-03-20 um 16.52.36Fünf Schweizerinnen breiten auf der Terrasse ihrer Pension in Ginostra ihre Yogamatten aus. Sie sind zu einem Wahrnehmungskurs nach Stromboli gereist. Sie beginnen mit dem Sonnengruß, selig lächelnd. Der junge Besitzer des Lebensmittelladens aber sagt: „Touristen, die für ein paar Tage hierherkommen, sagen manchmal zu mir: Du lebst wirklich im Paradies. Ja, manchmal ist es das. Aber es ist auch die Hölle. Es sind die Bewohner, die das Paradies zur Hölle machen.“ Eine Reisereportage, erschienen im Tagesspiegel.

Ein hartes Brot

Bildschirmfoto 2017-03-07 um 12.23.03Für wen ist der Wasalauf anstrengender? Für diejenigen, die sich in sechs Stunden die Kante geben, oder für die, die sich einen ganzen langen Tag schinden, 90 km weit? Sicher ist: am Ziel sind alle am Ende. Beim Wasalauf zählen nicht nur Kondition und Kraft, sondern auch Leidensfähigkeit. Denn wer zwölf Stunden braucht, hat eben auch zwölf Stunden lang jede einzelne Minute die Möglichkeit, aufzuhören. Eine Reportage vom Loipenrand, erschienen in der FAZ.

Schlecht bei Nordwind

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Eis ist ein ganz besondrer Stoff. Und manche sind ganz scharf drauf. Rund um Interlaken gibt es – noch – viel davon. Eine Reportage über Gletschereis, über schwarz gefrorenes Seeeis, über Eislochfischer, Schlittschuhläufer, Eiskletterer, Eiszapfen und Blumenkohles. Und über Erdbeer-Schoko-Vanille. Erschienen in der FAS.

kee Weg und kee Steg ni

Wir lehnen uns gegen den Sturm, Eiskristalle fitzen ins Gesicht. Jetzt  könnte man schon bei warmem Bier mit Ingwer und Himbeersirup sitzen, der polnischen Winterspezialität grzane piwo. „Wer geht noch mit zur Elbquelle?“, hatte Patrycja Osciak bei der Ankunft an der Hütte gefragt. Einige schüttelten nur die Köpfe, dass der Schnee von den Mützen herabrieselte, stemmten die Türe auf und verschwanden in der Alten Schlesischen Baude. Es waren die Klügeren. Wir sagte ja, die halbe Stunde gehen wir noch. Wir befinden uns auf gerade mal 1180 Metern, das ist ja nicht hoch. „Wir sind hier nicht in den Alpen, wir sind im polnischen Riesengebirge“, warnte Patrycja. Wie grimmig es im Riesengebirge sein kann, erfuhr auch schon Gerhart Hauptmann. Eine Winterreportage, erschienen in der FAS.

Weit weg

bildschirmfoto-2016-12-01-um-12-22-39Einmal will ein Junge unbedingt, dass einer von uns auf seinem Esel reite. Er steigt ab, rennt den Berg hinauf, und versteht nicht, warum die Europäer so schleichen. Möglicherweise hat er noch nie welche gesehen, wir treffen jedenfalls keine Ausländer auf dieser zweiwöchigen Trekkingreise in Tadschikistan. Außer uns ist hier niemand zu Fuß unterwegs, sieht man von dem jungen Schäfer in seinem wattierten moosgrünen Mantel ab, der uns entgegenkommt und die Hände des Wanderführers ehrfüchtig ergreift. Szenen einer Trekkingreise. Erschienen in der FAS. Und online im Storytelling-Format.

 

Il Mezzogiorno – Italiens Süden

bildschirmfoto-2016-10-01-um-14-56-28Italiens Süden! Weniger überlaufen als der Norden, das Meer klar, das Essen leicht, und Strände ohne Ende. Apulien ist flach, fruchtbar, touristisch schon gut erschlossen; Kalabrien hingegen bergig, wilder und vieler Orts einsamer. Der DUMONT-Band stellt beide Regionen vor, außer Tipps zu Restaurants am Meer, zu Stränden und zu traditionsreichen Festen gibt es Lesestücke über Obstanbau von Bergamotte bis Zitronat-Zitronen, Hintergrundtexte über Emigranten und Immigranten, Lecces bröckelnden Barock und zu Wanderrouten. Die Fotos dazu hat Toni Anzenberger geschossen. Noch zu entdecken – der Mezzogiorno.

Von den Bergen ans Meer

Bildschirmfoto 2016-05-25 um 20.14.10Auf der Passhöhe, der Colle di Tenda, pfeift ein eisiger Wind um bröckelndes Mauerwerk. Hier, in der baumlosen Ödnis, entlang der französisch-italienischen Grenze verläuft ein Verteidigungswall von verlassenen Kasernen und Forts. Die breiten Militärwege sind akkurat gepflastert und mühen sich im Zickzack die Berge hinauf. Angelegt wurden sie 1909. Aber warum? So sehr wir auch Nani Villani, Vizedirektor des Naturparks, löchern, so recht erklären kann er es nicht. Frankreich und Italien lagen nicht miteinander im Krieg, wer befürchtete was von wem? „Normale militärische Paranoia“, lautet noch die klarste Antwort. Eine Wanderung von den Bergen ans Meer, von den italienischen Seealpen nach Ligurien. Erschienen im Tagesspiegel.

 

Nepal wartet

Bildschirmfoto 2016-05-17 um 10.37.47„Sie müssen nichts kaufen!“, rufen die Händler in den Gassen von Bhaktapur. Geduldig erklären sie die Unterschiede zwischen Yak-Wolle, Pashmina und Cashmere. Man kann viel lernen, jeder erläutert, was er herstellt, seien es Gurke-Messer oder Töpferwaren. Dann muss man aber mit der kleinen Enttäuschung im Blick der Anbieter leben, wenn man sich nicht mindestens für einen Schal entscheidet. Auf dieser Reise während des Wiederaufbaus ging uns das überall so: Die Menschen nahmen sich Zeit. Wer etwas wissen wollte von Nepal, bekam so viele Antworten, wie er aufnehmen konnte. Am Ende sagten die Menschen oft: „Wie Sie sehen, kann man gut nach Nepal reisen! Bitte sagen Sie das weiter.“ Eine Reportage über Nepal, erschienen in der FAS.